 - © Volkskunde Museum Schleswig
Verschlusssachen - Volkskunde Museum Schleswig zeigt Schlösser und Beschläge aus Norddeutschland Verlängert bis 29. August 2010 Schlösser sind vermutlich die im Alltag am häufigsten verwendeten mechanischen Geräte, doch werden sie meist nur dann bewusst wahrgenommen, wenn sie plötzlich kaputt sind. Es ist ein sehr altes Bedürfnis des Menschen, sich selbst und seinen Besitz zu sichern. Die Herstellung möglichst unüberwindlicher Verschlüsse hat daher über Jahrhunderte die Kleinschmiede und Schlosser zu beeindruckenden technischen Leistungen angespornt – und fast ebenso viel Aufwand trieben diejenigen, die versuchten, diese Sicherungen zu knacken. Die Sonderausstellung im Körnerhaus des Volkskunde Museums Schleswig präsentiert ab Sonntag, 14. Juni, eine repräsentative Auswahl bedeutender Stücke aus dem norddeutschen Raum – von der Wikingerzeit bis in die Gegenwart. Anhand ausgesuchter Beispiele lässt sich die technische Entwicklung der unterschiedlichen Schlosstypen nachvollziehen. So zeigt sich, dass bestimmte Jahrhunderte alte technische Innovationen bis in die heutige Zeit im Alltag Verwendung finden. Andere Schließmechanismen konnten sich hingegen nur auf speziellen Einsatzgebieten durchsetzen. So wird der Bogen vom hölzernen Fallriegelschloss, wie es schon die alten Ägypter kannten, über zahlreiche, vielfach höchst trickreiche Verschlüsse bis zur elektronischen Schließtechnik der Gegenwart gespannt. Neben einem technikgeschichtlichen Überblick liefert die Ausstellung mit einer Vielzahl handwerklich brillant ausgeführter Arbeiten zudem eine Überschau über die stilgeschichtlichen Entwicklungen vom Mittelalter bis in das 20. Jahrhundert. Mit insgesamt mehr als 450 Exponaten ist dies die erste Ausstellung ihrer Art in Schleswig-Holstein, die eine Überschau über die Geschichte des Schlosserhandwerks im Norden und seine vielfach technisch wie ästhetisch beeindruckenden Leistungen über einen Zeitraum von mehr als 1000 Jahren liefert. Gezeigt wird die über einen Zeitraum von 45 Jahren zusammengetragene Sammlung von Wolfgang Heppelmann, ergänzt durch herausragende Objekte aus den Sammlungsbeständen der Stiftung Schleswig-Holsteinische Landesmuseen Schloss Gottorf und weiterer privater Leihgeber. Fachleute wie Laien haben die Ausstellung überaus positiv aufgenommen. Dank der Großzügigkeit des Hauptleihgebers wird sie bis Ende August 2010 verlängert.
Einige Highlight-Objekte der Sonderausstellung sind zum Beispiel: • Wikingerzeitliches Truhenschloss aus Haithabu: Römische Tradition im hohen Norden - erstmals in einer öffentlichen Ausstellung! • Standseitentruhe mit Riegelschloss aus Sörup, 12./13. Jahrhundert: Ältestes erhaltenes Möbelstück Schleswig-Holsteins. • Gotisches Bettelbrett mit Darstellung des HI. Petrus mit Himmelsschlüssel, um 1470: Kulturhistorische Besonderheit des Ostseeraumes. • Fahrbüchse mit Vexierschloss, um 1600: Trickreiche Verschlusstechnik. • Einsehbares Innendeckelschloss einer Urkundentruhe, 1586: Technikfaszination der Renaissance. • Silberner Pokal der Flensburger Schmiedegesellen, 1726: Materialisierter Handwerkerstolz. • Schlosserwerkstatt, 19. Jahrhundert: Schwer, aber präzise – das Handwerkszeug der Schlosser. • Schrankschloss mit allegorischer Darstellung der Musik, 3. Viertel des 18. Jahrhunderts (siehe Bild 3): Brillante Gravurtechnik. • Aufgeschweißte Tresortür aus einem Einbruch von 1982: Umgehung unüberwindbarer Technik mit brachialer Gewalt.
Volkskunde Museum Schleswig Suadicanistraße 46-54, 24837 Schleswig Telefon: 04621 / 9676 – 0, Fax: 04621 / 9676 – 34 E-Mail: volkskunde@schloss-gottorf.de Öffnungszeiten: Bis 31. Oktober: täglich 10:00 – 18:00 Uhr Ab 1. November: Di.-Fr. 10:00 – 16:00 Uhr, Sa. & So. 10:00 – 17:00 Uhr Schulklassen und Gruppen auf Anmeldung ab 9:00 Uhr Führungen und museumspädagogische Programme: Tel.: 04621 / 9676 – 12
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